Sterne unterm Hammer bei Mechatronik

Ein G wie kein anderer: G-Klasse mit S-Klasse-Technik für die Rallye Paris-Dakar

Sterne unterm Hammer bei Mechatronik: Ein G wie kein anderer: G-Klasse mit S-Klasse-Technik für die Rallye Paris-Dakar
Erstellt am 14. Januar 2026

Bei Mechatronik in Pleidelsheim steht aktuell eine spannende G-Klasse zum Verkauf. Dieser Mercedes-Benz G 600 TE AMG ist ein echtes Stück Motorsportgeschichte. Speziell für die legendäre Rallye Paris-Dakar aufgebaut, absolvierte der G gleich vier Teilnahmen an dem härtesten Wüstenrennen der Welt. Angetrieben wird die G-Klasse von einem AMG M117 V8 mit 6,0 Litern Hubraum. Gefahren wurde dieses außergewöhnliche Exemplar vom ehemaligen Formel-1-Vizeweltmeister Clay Regazzoni. Voll fahrbereit und prädestiniert für historische Rallye-Veranstaltungen ist dieser G 600 TE AMG eine einmalige Gelegenheit für Sammler und Motorsport-Enthusiasten. Den Preis verrät Mechatronik allerdings nicht. Wer ernsthaftes Interesse hat, sollte sich am besten direkt in Pleidelsheim melden. 

Ende der 1980er-Jahre entstand dieses kompromisslose Rallye-Projekt für die härtesten Langstreckenrennen der Welt – allen voran die legendäre Rallye Paris-Dakar. Als Basis diente zwar das bekannte G-Modell, doch für den Einsatz in der Wüste blieb kaum ein Bauteil unangetastet. Am Ende entstanden lediglich zwei Fahrzeuge in dieser extremen Ausführung, von denen nach heutigem Stand nur noch eines existiert. Genau dieses Exemplar ist eng mit dem Namen Clay Regazzoni verbunden und gilt als einzigartiges Zeugnis früher AMG-Ingenieurskunst.

Um ein wirklich konkurrenzfähiges Rallyefahrzeug auf die Räder zu stellen, ließ AMG keinerlei Zurückhaltung erkennen. Unter der Haube arbeitet ein 6,0-Liter-V8 M117 aus der W126-S-Klassen-Baureihe. Mit 331 PS und über 520 Newtonmetern Drehmoment waren die Leistungswerte für ein Rallyefahrzeug dieser Ära mehr als beeindruckend. Für eine optimale Gewichtsverteilung wanderte der Motor so weit wie möglich nach hinten. Chassis, Getriebe und Differenziale wurden massiv verstärkt, um den extremen Belastungen im Wüsteneinsatz standzuhalten. Statt Stahl kam bei der Karosserie eine Mischung aus Glasfaser, Kevlar und Aluminium zum Einsatz, ergänzt durch einen speziellen Carbon-Kevlar-Unterbodenschutz. Optisch erinnerte der G zunächst noch an ein Serienfahrzeug, technisch war er jedoch ein reinrassiger Wettbewerbsbolide. Ein echtes Highlight stellte zudem die enorme Tankkapazität von rund 450 Litern dar, verteilt auf mehrere Sicherheitstanks – ideal für besonders lange Etappen ohne Nachtanken.

Seinen ersten bekannten Einsatz hatte dieses Fahrzeug 1989 bei der Rallye Paris-Dakar, damals noch im klassischen G-Look und mit der Startnummer 234. Ein Zwischenfall beendete den Lauf vorzeitig. 1990 folgte der zweite Dakar-Start mit der Nummer 223, bei dem Mercedes dem Fahrzeug eine neue, sportlicher gezeichnete Sonderkarosserie verpasste. Der dritte Einsatz bei der Paris-Dakar im Jahr 1991 endete erneut früh, diesmal durch einen Defekt im Hafen von Marseille. 1992 bestritten Clay Regazzoni und dieses Fahrzeug schließlich ihren vierten und letzten Dakar-Einsatz. Darüber hinaus war der G bei weiteren internationalen Rallyes am Start, darunter die Rallye der Pharaonen 1991 sowie die Baja España 1993.

Clay Regazzoni, ehemaliger Formel-1-Vizeweltmeister, setzte das Fahrzeug nicht nur im Wettbewerb ein, sondern behielt es anschließend in seinem Privatbesitz und bewegte es unter anderem in Argentinien. Nach seinem Tod wurde der G von der Familie verkauft. In den 2000er-Jahren kehrte das Fahrzeug noch einmal auf die Rallyepisten zurück, unter anderem bei der Transafricane Classic 2008. Das Fahrzeug ist voll fahrbereit. 

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